Theater und Orchester Heidelberg

Schwestern

Eine Geschichte über das Abschiednehmen von Theo Fransz

Aus dem Niederländischen von Monika The

Mathilde und Zus sind Schwestern, Seelenverwandte, die nie weit genug weg und nie eng genug beieinander sein können. Sie streiten, weinen, lachen zusammen, reden über alles und passen aufeinander auf. Doch einmal hat Mathilde nicht auf ihre Schwester aufgepasst: Zus wurde von einem Zug überfahren und ihre Schwester fühlt sich dafür verantwortlich. Schlaflos ist Mathilde nun, weil sie nicht aufhören kann daran zu denken. Wo soll sie hin, mit all ihrer Liebe, mit den Schuldgefühlen und der Verzweiflung? Sie braucht Zeit für ihre Trauer, egal was die Eltern sagen. Nacht für Nacht bekommt sie nun von Zus Besuch. Sie spielen wieder ihre alten Lieblingsspiele und reden, um Mathildes Schmerz zu überwinden, die Schuldgefühle zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu finden. Am Ende kann Mathilde mit dem Verlust umgehen und loslassen, denn in ihrer Erinnerung lebt die Schwester weiter. Der niederländische Theatermacher Theo Fransz setzt im Wechselspiel zwischen Tragik und Komik dem Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen die Kraft der Erinnerung entgegen. »Für die meisten ist der Tod ein Tabu, weil er uns an unsere eigene Endlichkeit erinnert. Und davor haben wir Angst, weil wir das nicht kontrollieren können, weil niemand weiß, was danach kommt«, so der Autor. Er löst die Schuldfrage so wunderbar versöhnlich auf, dass man am Ende nicht vor Trauer, sondern vor Erleichterung weinen möchte.

Besetzung