Theater und Orchester Heidelberg

Sergeant Superpower rettet Amerika

von Rebekka Kricheldorf

  • Archiv – Spielzeit 2013|14

  • Uraufführung

    Alter Saal+

Im Jahr 1941 erfinden die Comic-Autoren Jack und Joe die Figur des Sergeant Superpower als Gegenspieler der Nationalsozialisten. Der patriotische Superheld soll für einen Kriegseintritt der USA werben – und hat Erfolg. Bis heute wird die Serie fortgeschrieben, mit je nach politischer Lage wechselnden Feindbildern: Nachdem Sergeant Superpower die Nationalsozialisten (scheinbar) erledigt hat, kämpft er gegen Kommunisten, später gegen Terroristen und zwischendurch immer wieder gegen auferstandene Nazis. Bloß in Deutschland gestaltet sich die Publikation schwierig: Dort kommen der ungebrochene Hurra-Patriotismus und auch der unbedarfte Umgang der Zeichner mit Hakenkreuzen weniger gut an. Durch die zunehmend komplexe politische Weltlage muss der Charakter des Sergeant Superpower, dieses naivsten aller Superhelden, immer wieder korrigiert und angepasst werden. In Rebekka Kricheldorfs neuem Theaterstück, einem Auftragswerk des Theaters Heidelberg, spielen sechs Schauspieler sieben Jahrzehnte Comic-Geschichte. Sieben Jahrzehnte deutsch-amerikanische Beziehungen mit allen Höhen und Tiefen. Sieben Jahrzehnte der komplizierten Lovestory zwischen den USA und Heidelberg. Sieben Jahrzehnte Sergeant Superpower. Oder, wie der Sergeant sagen würde: »Wow!«

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SERGEANT SUPERPOWER RETTET AMERIKA

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Einen »so unterhaltsamen wie ansprechenden Abend zum deutsch-amerikanischen Verhältnis, der zwischen Spaß und Ernst, Nähe und Fremde gekonnt die Balance hielt« erlebte Heribert Vogt und berichtet in der Rhein-Neckar-Zeitung (14.10.2013), der Regisseur habe das »Stationendrama« in »flottem, revueartigem Aufriss« auf die Bühne gebracht, aber nicht nur an der Oberfläche gearbeitet: »Die häufigen sowie raschen Wechsel von Nachdenklichkeit und Irrwitz, tragischen Ereignissen und Situationskomik lassen den Zuschauer die Comic-Story wie einen Rausch erleben. Das bewirken vor allem die Schauspieler mit ihrem ebenso markanten wie temporeichen Spiel. (…) Trotz aller comic-hafter Typisierung während des quirligen, gut zweistündigen Theaterabends (…) wies die Aufführung doch oft auch Tiefenschärfe auf, besonders bei häufigen Differenzierungen der amerikanischen Gesellschaft. (…) Dafür gab es begeisterten Beifall.«

     

    »Der ironische Zugriff, mit dem Rebekka Kricheldorf politische Themen und Zeitgeist-Stoffe angeht, macht auch den Reiz dieser Uraufführung aus. Souverän spielt die Autorin in dem vierteiligen Stück mit Klischees, um sie am Ende in der Luft zu zerfetzen«, schreibt Elisabeth Maier in der nachtkritik (13.10.2013). »Großartig« sei Sidler und dem Ensemble die Dekonstruktion des Superhelden gelungen, hervorgehoben werden Bertram-Maxim Gärtner (»Virtuos jongliert er mit den Widersprüchen seiner Figuren«) und Olaf Weißenberg (»starke Figur«, »wunderbar tragikomische Momente«). Besonderes Lob der Kritikerin auch für die Musik von Philipp Stangl und Jakob Dinkelacker: »Mit wunderbaren Kompositionen, die sacht zwischen nostalgischer Filmmusik und schriller Comic-Klangkulisse hin- und hergleiten, entführen sie die Zuhörer in das faszinierende Universum der gezeichneten Bilder. In dieser surrealen Welt lassen sich die Heidelberger Schauspieler virtuos auf die Sprachspiele der Autorin ein, die den Spagat zwischen zeitkritischer Tiefe und bezaubernd komischen Augenblicken genießt. «

     

    »Das hat alles Sinn, Verstand, und oft genug auch Witz« resümiert Eckhard Britsch im Mannheimer Morgen (14.10.2013) und bemerkt, die Autorin habe in ihrem Auftragswerk »die Entwicklungsstadien amerikanischer Mainstream-Comics nachgezeichnet und recht geschickt mit den jeweiligen zeitgeschichtlichen Umständen verwoben.« Das Regieteam habe »über schnelle Kostümwechsel, hitzige Dialogführung und Bewegungstempo« »auf Action« gesetzt, die Inszenierung verlange dem Ensemble »viel Wandlungsfähigkeit« ab: »Die sechs Darsteller haben in viele Rollen zu schlüpfen und dabei überraschende Häutungen zu vollführen.«

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