Theater und Orchester Heidelberg

Silvesterkonzert

Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Freude schöner Götterfunken« – ein gewaltiges Feuerwerk zünden Ludwig van Beethoven und Friedrich Schiller musikalisch und textlich mit dem Finale der 9. Symphonie und der Ode »An die Freude«. Und so beendet eines der bedeutendsten musikalischen Werke das alte Jahr und begrüßt das neue. Die Uraufführung 1824 im Wiener Kärntnertor-Theater war der Beginn des weltweiten Erfolgs von Beethovens letzter Symphonie, die in ihrer Dimension die Form sprengte, wie sie bisher bekannt war. Die Premiere konnte Beethoven nicht mehr hören – er war bereits ertaubt. Den Jubel und Applaus aber konnte er zumindest sehen. Beethovens Wunsch, den Menschen »einen feierlichen Tag« zu bereiten, hat sich erfüllt. Schließlich sollte die gewaltige Symphonie die Menschheit an ihre höchsten Ideale erinnern: die humanistische Botschaft von der Brüderlichkeit aller Menschen. Nach den Schrecken des 1. Weltkriegs wurde 1918 in Leipzig der Gedanke geboren, Beethovens 9. Symphonie zum Jahreswechsel aufzuführen. Kein Geringerer als Arthur Nikisch dirigierte das Gewandhausorchester und pünktlich mit dem Schlusschor begrüßte man das neue Jahr. »Alle Menschen werden Brüder« – Schillers Ode »An die Freude« war und ist hoch aktuell. Rund fünfzig Jahre später nahm der Europarat 1972 die Melodie als Hymne an. Und sie gehört bis heute zu den offiziellen Symbolen der Europäischen Union – allerdings als Instrumentalversion, denn eine bestimmte europäische Sprache soll nicht im Vordergrund stehen.

siehe auch Neujahrskonzert 2014