Theater und Orchester Heidelberg

Sklaven leben

von Konstantin Küspert in der Regie von Jan-Christoph Gockel; Schauspiel Frankfurt

»Ich hab noch nicht einen einzigen Sklaven in Katar g’sehn.« Mit diesem Zitat hat Franz Beckenbauer die Haltung vieler Menschen im Westen auf den Punkt gebracht. Wir alle halten uns Sklav*innen. Aber was sind die Mechanismen, die es uns ermöglichen, die Realität – um die wir, aufgeklärte Westeuropäer*innen, genau Bescheid wissen – auszublenden und weiterhin auf Kosten anderer zu leben? »sklaven leben« zeigt die Absurdität unseres westlichen Lebensstandards auf, die Realität erscheint deutlich verzerrt in dieser Zukunftsvision: Europa ist ein abgehängter Kontinent, in dem europäische Sklaven in Lederhosen die in Afrika gewonnenen Ressourcen für den asiatischen Raum veredeln. Sklaven leben bei Familien im Kleiderschrank, bei rationierter Kalorienzahl, und erteilen dem Nachwuchs und den Müttern bei Bedarf Instrumentalunterricht. Und Literatur entsteht längst nicht mehr vor Ort, seit Jahren werden etwa über 90 % der Theaterstücke in Fernost produziert.

Konstantin Küsperts schnelle Szenenfolge ist ein absurder Zerrspiegel unserer Realität, komisch, scharfsinnig und bitter.

Besetzung

Regie Jan-Christoph Gockel ǀ Bühne und Kostüme Amit Epstein ǀ Musik Komi Togbonou ǀ Dramaturgie Judith Kurz
Mit Torsten Flassig, Katharina Kurschat, Christoph Pütthoff, Sebastian Reiß, Komi Togbonou, Luana Velis

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Sklaven leben