Theater und Orchester Heidelberg

Szenarien

von Jean-Marie Piemme
Staatstheater Braunschweig in Koproduktion mit De Facto und dem Théâtre de Liège

  • Archiv – Spielzeit 2015|16

  • GastspielUraufführung

    Zwinger 3+

Deutsch von Heinz Schwarzinger | Englisch von Mirabelle Ordinaire

In französischer, englischer und deutscher Sprache mit deutschen und französischen Übertiteln

Antoine Laubin, geboren 1980, bringt mit einem Ensemble aus Schauspielerinnen und Schauspielern des Staatstheaters Braunschweig und der belgischen Gruppe De Facto einen dreisprachigen Theaterabend zur Uraufführung. Der belgische Autor Jean-Marie Piemme zählt mit über 50 Theaterstücken, Hör- und Fernsehspielen zu den meistgespielten frankophonen Dramatikern der Gegenwart. Mit Szenarien macht er das Erzählen selbst zum Thema samt der Frage, was uns die Geschichte,
also die Historie, und die Geschichten, die wahren wie die erfundenen, für die Gegenwart eigentlich nutzen. Dafür hat Piemme eine vielschichtige Spielanordnung geschaffen: Schauspieler spielen Drehbuchschreiber, die an einem Filmskript über die Epoche des 2. Weltkriegs arbeiten. Doch wie erfindet man das Leben von Menschen in finsteren Zeiten? Fängt man bei sich selbst an, dort wo man selbst liebt, leidet, kämpft oder sich politisiert? Und welche Geschichten lassen sich zu Ende erzählen? Die der Schauspielerin, die vor den Nationalsozialisten in die Sowjetunion floh und dort in einem Arbeitslager verschwand? Oder die des Szenaristen William, der die Geschichte des Kommunisten Max erfindet? Mit welchem Film
kehren die Szenaristen von ihrem Ausflug in die Geschichte zurück?

Regisseur Laubin hat die deutsch-belgische Koproduktion von Anfang an als Projekt einer künstlerischen Begegnung angelegt – von zwei verschiedensprachigen Ensembles, die sich gemeinsam mit einer zentralen Epoche der europäischen Geschichte auseinandersetzen. Seine Inszenierung stellt die Arbeit der Szenaristen als Forschende in Gegenwart und Vergangenheit in den Mittelpunkt – aus mindestens zwei kulturellen Perspektiven und als Erzählung in und zwischen drei Sprachen.

 

Besetzung

Regie Antoine Laubin | Bühne Antoine Laubin, Ralf Wrobel | Kostüme Veronika Kaleja | Dramaturgie Charlotte Orti von Havranek, Thomas Depryck | Mit Caroline Berliner, Andreas Bißmeier, Coraline Clément, Jérôme Nayer, Oliver Simon, Renaud Van Camp, Rika Weniger