Theater und Orchester Heidelberg

Tosca

Oper in drei Akten von Giacomo Puccini

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Koproduktion mit dem Theater Winterthur

Bislang waren wir sanft, jetzt wollen wir grausam sein«, schrieb Giacomo Puccini über Tosca. Und in wahrhaft grausamen Bildern zeichnet er hier die Absurdität und todbringende Willkür eines Unrechtssystems: Ausgehend von der Französischen Revolution dringen republikanische Kräfte nach Italien, die in Rom von Baron Scarpia mittels eines brutalen Polizeiapparats bekämpft werden. Durch Zufall geraten auch der Maler Mario Cavaradossi und seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca, in die Fänge der Spitzel. Tosca, von Scarpia heftig begehrt, wird zum Instrument der Ermittlungen, zum sexuellen Opfer, und entkommt seiner Macht selbst dann nicht, als sie ihn ersticht: Am Ende müssen sie und ihr Geliebter sterben.

An der Verstrickung von Privatem und Politischem wird die Perfidie und Unentrinnbarkeit eines Machtsystems deutlich, das Kirche und Staat in sich verschränkt. Ob Tosca, als Frau und Künstlerin ohnehin der Gesellschaft ausgeliefert, oder der gutsituierte bürgerliche Künstler Cavaradossi: ist die politische Falle einmal zugeschnappt, gibt es kein Entkommen mehr. Und selbst Scarpia ist nicht nur Nutznießer, sondern auch Opfer der herrscherlichen Macht, die sich als psychische Perversion in ihm niederschlägt.

Besetzung

Bilder


Videos

TOSCA

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • »Hauptrollen-Trio überzeugt in Andrea Schwalbachs Regie« ist die Rezension von Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (16.09.2013) überschrieben. Der Kritiker sah ein Bühnenbild, das sich vom »wunderbar detailreichen Raum« zu einem entleerten, »offenen Raum« entwickelte, so dass sich am Ende alles »auf die Intimität der Liebenden fokussiert«. Regisseurin Andrea Schwalbach gehe in ihrer Inszenierung »insgesamt traditionell« vor und führe »die Personen sicher durch das Stück«, vor allem ließe sie sie singen, ein großer Gewinn für den Kritiker: »Denn die Heidelberger Premiere zeichnete sich durch drei hervorragende Stimmen in der Hauptrollen aus.« Roth hörte eine »sehr überzeugende« Tosca von Hye-Sung Na und mit Angus Wood einen »Cavaradossi wie aus dem Bilderbuch«. Auch James Homann als Scarpia fülle seine Rolle »glänzend« und »mit Detailschliff« aus. »Leidenschaftliche Emphase« und »klangliche Delikatesse« hörte Roth aus dem Orchestergraben und lobt besonders die Soloklarinette zu Cavaradossis »Sternen-Arie« als »ausgezeichnet, ja brillant«. – Zum Schluss: »Überaus heftiger« Beifall des Premierenpublikums.

     

    Einen »Thriller mit großartiger Musik«, vom »Orchester wie von den Solisten mitreißend gestaltet« beschreibt Thomas Wolff im Darmstädter Echo (18.09.2013). Auch er stellt besonders die Leistungen der drei Hauptdarsteller heraus: »begeisterter Beifall für James Homann, den Regisseurin Andrea Schwalbach Charme und Grausamkeit gleichermaßen breit ausspielen lässt« und: »Hye-Sung Na leiht der Tosca ihren dramatisch-kraftvollen Sopran, der Australier Angus Wood gibt ihren Liebhaber Cavaradossi mit leuchtstarkem Tenor – ein hinreißendes Paar, gesanglich wie mimisch«.

     

    Einen »hochkarätigen Start« in die neue Opernspielzeit und einen »vollen Erfolg für alle Beteiligten« bescheinigt Ludwig Steinbach im Opernfreund (15.09.2013): »An diesem gelungenen Abend gingen szenische, musikalische und gesangliche Leistungen eine treffliche Symbiose ein.« Neben der Regie (»ausdrucksstarke Bilder«) und dem Sängerensemble (»hohes Niveau«) würdigt der Rezensent die Arbeit des »sehr versiert aufspielenden« Philharmonischen Orchesters unter GMD Yordan Kamdzhalov als »wahre Glanzleistung« und »regelrechtes Puccinifest«.

     

    »Das blutige Drama entwickelt in dieser Inszenierung einen berührend-schmerzvollen Sog«, berichtet Eckhard Britsch im Opernnetz (15.09.2013) von der Premiere in Heidelberg. Besonders gefiel dem Kritiker aber die Leistung des Heidelberger Sängerensembles, allen voran der in der Titelpartie »glänzenden« Hye-Sung Na: »Ihr jugendlich-dramatisch gefärbter Sopran steuert ebenso mühelos die Ausbrüche von Eifersucht, Angst und Wut an, wie dieser Stimme hinreißend schöne Kantilene innewohnt.«

     

    Im Mannheimer Morgen (16.09.2013) lobt auch Stefan M. Dettlinger die Leistung des Sängerensembles, James Homann als Scarpia klinge »kräftig, kernig und böse, richtig gut« und auch in den kleineren Rollen werde »gute Ensemblearbeit« geleistet. Höhepunkt des Abends ist für ihn das lange Duett zwischen Cavaradossi und Tosca im 3. Akt: »zwei Stimmen, die Kraft besitzen, eine gewisse Beseeltheit und die Emphase, die vonnöten ist. Da tut sich nicht nur auf der Bühne etwas, sondern auch in unseren Blutbahnen«.

     

    Einen »gelungenen Saisonauftakt« und einen »atemberaubend spannenden« Abend erlebte Frank Pommer und schreibt in der Rheinpfalz (16.09.2013): »Die Inszenierung von Andrea Schwalbach (…) wählte einen direkten, unverstellten Zugriff auf das Stück und erzählte die Geschichte sehr realistisch, bisweilen auch drastisch am Libretto entlang. Vor allem dank einer sehr intensiven Personenführung gelang ein spannender, bisweilen aufwühlender Abend.«

     

    Für den Online-Merker (20.10.2013) besuchte Friedeon Rosén die 2. Aufführung in Heidelberg und sah eine Regie, die »besonders die psychologisch-affektiven Motive der Personen auf(zeigte), besonders natürlich das Beziehungsgeflecht Tosca – Cavaradossi – Scarpia«. Musikalisch gefiel dem Kritiker die Interpretation des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter Yordan Kamdzhalov mit »sehr elastischem, ›veristischem‹ aber nie plakativem Puccini-Spiel« und besonders Hye-Sung Na in der Titelrolle: »Die koreanische Tosca ist das gesangliche Highlight der Aufführung. Mit schönem weichen, nie forciertem Sopran gelingt ihr eine eindrückliche Darstellung und konterkariert damit teilweise ihre gewaltsamen Handlungen. Gesanglich gelingen ihr aber am besten die dramatischen Szenen, in denen sie auftrumpft.«

  • Die Premiere am Theater Winterthur besuchte Herbert Büttiker für die Schweizer Zeitung Der Landbote (28.09.2013) und berichtet von einer »mehr als respektablen ›Tosca‹«. Neben James Homann als Scarpia (»mit grossspurigem, hochtreibendem Bariton«) hebt der Kritiker besonders das Künstlerpaar hervor: »Die Koreanerin Hye-Sung Na ist eine Tosca von grosser stimmlicher Statur und dabei feinzeichnerischen Mitteln für ein berührend inniges ›Vissi d’arte‹. Der Tenor Angus Wood gibt Cavaradossi die grosse Emphase, das hohe ›Vittoria‹-Ais erfüllt er mit revolutionärer Sprengkraft und man glaubt ihm das ›muoio disperato‹. Erfüllt sind die zärtlichen, zänkischen und leidenschaftlich visionären Momente des Paars.« Auch die Leistung des Musikkollegiums Winterthur wird gelobt, die Musik höre man »aus dem Orchestergraben so, wie sie klingen muss«; GMD Yordan Kamdzhalov am Pult: »inspirierend und das Zusammenspiel von Bühne und Orchester impulsiv und umsichtig vermittelnd«.

Partner und Sponsoren