Theater und Orchester Heidelberg

Yukonstyle

von Sarah Berthiaume

  • Archiv – Spielzeit 2013|14

  • Deutsche Erstaufführung
    Zwinger 1+

Aus dem kanadischen Französisch von Christa Müller und Frank Weigand

Whitehorse, eine Kleinstadt am Yukon im hohen Norden Kanadas. Tiefer Winter bei minus fünfundvierzig Grad. Kate ist 17, schwanger und von zu Hause abgehauen. Ohne einen konkreten Plan, wo sie eigentlich hin will, trampt sie durchs Land. Die Japanerin und Wahl-Kanadierin Yuko nimmt das vollkommen unterkühlte Mädchen schließlich mit in ihre WG. Dort lebt außerdem Garin. Als Halbindianer trägt er sichtbar etwas von seiner Mutter in sich, aber kennengelernt hat er sie nie, und ist auf der Suche nach ihr. Ohne große Hoffnung. Sein Vater lebt in seiner eigenen Welt und malträtiert seine alternde Gesundheit mit der Gin-Flasche.

Die kanadische Autorin Sarah Berthiaume zeichnet das schwarzhumorige Porträt dreier junger Außenseiter mit komplizierter Vergangenheit. Ein Selbstfindungstrip im rauen Norden voller Melancholie und Poesie, der sie am Ende sich selbst und einander näher bringt. Yukonstyle wird 2013 gleichzeitig im Théâtre d’Aujourd’hui in Montreal und im französischen Nationaltheater Théâtre de la Colline in Paris uraufgeführt.

Besetzung

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YUKONSTYLE

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Vorabtrailer des Teams zu YUKONSTYLE

Trailer von Miriam Horwitz und Fabian Oehl

Pressestimmen

  • Für den Mannheimer Morgen (18.11.2013) berichtet Ralf-Carl Langhals von der Deutschen Erstaufführung eines Stücks, das den Zuschauer „im Prosaformat“ und mit Momenten „poetischer Sprachqualität“ durch den kanadischen Winter jage. Regisseurin und Bühnenbildnerin Miriam Horwitz habe dafür eine „gelungene Bühnenbildsituation“ geschaffen: „Im Eiswürfelkarussell findet die Exposition der Figuren statt, später, wenn sie aus dem Frischhaltefolien-Eis ausgebrochen sind, steigen sie der Kälte buchstäblich aufs Dach. Menschliche Wärme hält Einzug und das Würfeldach wird zum Spielpodium“. Hier sah der Kritiker „schöne, echte Schauspielmomente“: „den intensivsten zwischen Vater und Sohn: Marcus Calvin (…) als Dad’s und Fabian Oehl (Garin)“.

     

    Volker Oesterreich schreibt in der online-Ausgabe der Deutschen Bühne und in der Rhein-Neckar-Zeitung (beide 18.11.2013), das Stück der Frankokanadierin entführe die Besucher in den kanadischen Polarwinter, eine „unwirtliche Region“ in der „menschliche Gefühlsregungen hochkochen“, „längere Erzählstrecken und Dialogpassagen“ wechselten sich ab. „Dazu noch lyrische Monologe, teils symbolistisch aufgeladen, teils expressionistisch grundiert“. Entfaltet würden in dem „Vierpersonen-Stück die Kindheitstraumata und das brüchige Beziehungsleben“ der Figuren. Zunächst agierten die Schauspieler „nur zaghaft“ in einem „Eiswürfel-Karussell“, „erst spät brechen sie aus und agieren auch davor oder auf der Oberfläche, um dem ringsum an den vier Wänden des Zuschauerraums verteilten Publikum zu zeigen, wie sich die vier Außenseiter in ihrem selbstgewählten Polarwinter-Eskapismus verhalten.“ Den Mittelpunkt des Quartetts bildet für den Kritiker die 17-jährige Außenseiterin Kate, gespielt von der „versierten“ Josepha Grünberg.