Theater und Orchester Heidelberg

Baugeschichte

Was bisher geschah

Das Theater Heidelberg wurde vom Stadtbaumeister Friedrich Lendorf im spätklassizistischen Stil erbaut und am 31. Oktober 1853 mit einer Aufführung von Friedrich Schillers Die Braut von Messina eröffnet. Im 19. Jahrhundert erweiterte man das Gebäude und baute es mehrmals um. 1924 wurde es innen und außen umgestaltet und 1925 mit Johann Wolfgang Goethes Egmont wiedereröffnet. 1978|79 erfolgte eine weitere Restaurierung, 1990 eine Foyererweiterung, wobei der Zustand von 1924 wiederhergestellt wurde. 2006 wurde das Theater wegen erheblicher baulicher Mängel geschlossen. Im August 2009 begann man mit der Sanierung des Theaters – ermöglicht durch bürgerschaftliches Engagement. Bereits die Gründung des Heidelberger Stadttheaters war auf eine Bürgerinitiative zurückgegangen, Jahre später übernahm die Stadt die Trägerschaft. Geblieben ist das so bis heute, und das ist alles andere als selbstverständlich.

Die Sanierung wurde von dem Darmstädter Architekturbüro Waechter + Waechter geplant und durchgeführt. Sie umfasst den gesamten Komplex des ehemaligen Theaters. Der denkmalgeschützte Zuschauerraum in der Theaterstraße 8 und die historischen Gebäude Theaterstraße 4, 6, 10 sowie das denkmalgeschützte Haus Friedrichstraße 5 wurden in einen modernen Theaterbau integriert. Alle Theaterwerkstätten, ein Orchester- und Chorprobesaal und vier Probebühnen befinden sich nun unter einem Dach. Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter aller Sparten haben sich damit erheblich verbessert. Durch moderne Bühnentechnik, Beleuchtung und eine sehr gute Akustik können nun künstlerisch-technische Ideen in hoher Qualität umgesetzt werden.

Das Theater wird über eine außergewöhnliche und für Theatermacher sehr reizvolle Architektur verfügen, welche die alten und neuen Bühnenbereiche kombiniert. Das Theater wird nämlich um einen zweiten Saal erweitert. Beide Bühnen verfügen über unabhängige Zugänge für das Publikum. Die Bühnen sind akustisch voneinander getrennt. Im Alten Saal sind die Zuschauerplätze im Parkett mittels Podien ansteigend staffelbar, dadurch gibt es keine Sichtbehinderungen. Mit der Baumaßnahme soll ein auch in energetischer Hinsicht zukunftsweisendes Gebäudeensemble entstehen. Als erstes Theater überhaupt wird das Theater Heidelberg künftig mit einem innovativen Heizsystem arbeiten, das Erdwärme, Abwärmenutzung und Fernwärme kombiniert.