AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts 2016 geht an Maria Milisavljevic

Maria Milisavljevic wurde am Sonntagabend, 08. Mai 2016, zum Abschluss des 33. Heidelberger Stückemarkts mit dem AutorenPreis für Beben ausgezeichnet. Thomas Depryck, Autor aus dem diesjährigen Gastland Belgien, erhielt für Le Réserviste (Der Reservist; Übersetzung: Frank Weigand) den Internationalen AutorenPreis. Der zum fünften Mal vergebene JugendStückePreis geht an die Uraufführung Es bringen nach dem Roman von Verena Güntner (Bühnenfassung Karsten Dahlem und Judith Weißenborn) vom Jungen Schauspielhaus Düsseldorf.

Mitglieder der Jury in diesem Jahr waren die Autorin und Dramaturgin Gesine Schmidt, die Schauspielleiterin des Staatstheaters Wiesbaden Andrea Vilter, die Regisseurin Anne Lenk, die Kritikerin Silvia Stammen sowie Jürgen Popig, Leitender Schauspieldramaturg in Heidelberg und Künstlerischer Leiter des Heidelberger Stückemarkts.
Außerdem wurde die Jury für die Vergabe des JugendStückePreises von fünf theaterbegeisterten Jugendlichen aus Heidelberg und Umgebung im Alter von 14 bis 20 Jahren unterstützt.

Mit dem PublikumsPreis ausgezeichnet wurde der flämische Autor Stijn Devillé. Sein Stück Leni und Susan (übersetzt aus dem Niederländischen von Uwe Dethier) erhielt die meisten Stimmen der Zuschauer, die im Anschluss an die Lesungen in geheimer Wahl über ihre Favoriten abstimmen konnten. Nominiert für den PublikumsPreis waren drei Stücke aus dem Gastland Belgien, zwei in französischer, zwei in niederländischer Sprache sowie sechs deutschsprachige Stücke.

Der diesjährige NachSpielPreis geht an Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute von Dirk Laucke, inszeniert am Schauspiel Köln von Pınar Karabulut. Jurorin für den Preis war die Theaterkritikerin Mounia Meiborg, die Kulturjournalistin Barbara Behrendt wählte als Kuratorin die nominierten Inszenierungen aus. Der undotierte NachSpielPreis ist verbunden mit einer Gastspieleinladung zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin, Furcht und Ekel wird 2017 im dortigen Rahmenprogramm gezeigt werden.

Der AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts wird seit 2008 von der Manfred Lautenschläger-Stiftung ausgelobt und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Der Internationale AutorenPreis mit 5.000 Euro wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg finanziert und wird an einen der Autoren des Gastlandes vergeben.
Der 2012 erstmals vergebene JugendStückePreis ist mit 6.000 Euro dotiert und wird gestiftet durch die Volksbank Kurpfalz H & G Bank – zusätzlich wird die prämierte Produktion im Rahmen der Kooperation bei den Mülheimer Theatertagen NRW gezeigt.
Stifter des mit 2.500 Euro dotierten PublikumsPreises ist der Freundeskreis des Theaters und Orchesters Heidelberg.

Die Laudationes der Jury können Sie hier nachlesen.

Zum Abschluss des 33. Heidelberger Stückemarkts verlasen die Autorinnen und Autoren des Autorenwettbewerbs gemeinsam ihr »Heidelberger Manifest«.

Herzlich Willkommen / Bienvenue / Welkom zum 33. Heidelberger Stückemarkt

Neue Stücke, junge Autoren, bekannte Namen, große Theater, experimentelle Theatermacher, Uraufführungen – der Heidelberger Stückemarkt bietet in seiner 33. Ausgabe wieder ein dichtes Programm mit zwanzig Gastspielen aus Deutschland, Österreich, Usbekistan, der Schweiz und dem Gastland Belgien und drei Tagen mit Lesungen neuer Stücke, die im Autorenwettbewerb nominiert sind. Die Auswahl der eingeladenen Uraufführungen und die Reihe »Nachgespielt« spüren den Tendenzen in der Theaterlandschaft nach und zeigen Beispiele neuer Autorenschaft und den vielfältigen Umgang mit Text im Theater. Im Deutschsprachigen Autorenwettbewerb werden sechs noch nicht uraufgeführte Stücke von Autorinnen und Autoren präsentiert, die sich nicht vor der Befragung großer Themen wie Krankheit und Gewalt scheuen und für ihre Themen individuelle literarische Handschriften gefunden haben. Neben den Vorstellungen und Lesungen lädt der Heidelberger Stückemarkt zu Künstlergesprächen, Diskussionen und Festivalpartys ein!

Gastland Belgien

Die Entscheidung für das Gastland Belgien fiel vor fast einem Jahr zugunsten der vielfältigen und hybriden Kunstszene des kleinen Nachbarlandes, in dem sich die Chancen und Herausforderungen der europäischen Idee nicht zuletzt durch eine Sprachgrenze, die quer durchs Land läuft, seiner Kolonialgeschichte und dem multikulturellen Brüssel als EU-Hauptstadt auf besondere Weise kristallisieren. Dass die Täter der Anschläge von Paris im November 2015 aus Belgien kamen, hat das Land in den vergangenen Monaten in den Fokus der europäischen Aufmerksamkeit gerückt. Nun ist der gewalttätige Terror mitten in der belgischen Hauptstadt angekommen. Umso mehr möchte der Heidelberger Stückemarkt den geladenen belgischen Künstlerinnen und Künstlern, Autorinnen und Autoren eine Plattform bieten für einen künstlerischen und diskursiven Austausch über National- und Kulturgrenzen hinweg. Mehr denn je brauchen wir freie, tolerante und gesellschaftskritische Kunst. Gemeinsam mit dem belgischen Dramaturgen und Theaterwissenschaftler Luk Van Den Dries hat das Festivalteam des Heidelberger Stückemarkts Inszenierungen und Stücke aus Belgien ausgewählt, die sich in eigensinniger Weise zu der Frage verhalten, in welcher Gesellschaft wir leben und leben wollen.

Der Heidelberger Stückemarkt ist eine Plattform für zeitgenössische deutschsprachige und internationale Dramatik und innovative künstlerische Ansätze. 1984 ins Leben gerufen, wird das Festival jährlich vom Theater und Orchester Heidelberg veranstaltet und präsentiert jeweils an zehn Tagen im Frühling ein umfangreiches Gastspielprogramm aus Uraufführungen von Theatern und Gruppen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sowie neue, noch nicht uraufgeführte Stücke. Der Heidelberger Stückemarkt bietet Raum für den Austausch zwischen Dramatikern, Theatermachern und Publikum und die Diskussion über Gegenwartsdramatik und neue Theaterästhetiken.

Seit 2001 stellt das Festival auch jeweils die Theaterszene eines anderen Landes in den Fokus – die Gastländer der vergangenen Ausgaben waren Griechenland, Finnland und Mexiko. Der Stückemarkt zeigt aktuelle Produktionen, lädt Künstler, Dramatiker und Experten ein und stellt neue Stücke aus dem jeweiligen Gastland vor. Mit seinem Länderfokus leistet das Festival einen wichtigen Beitrag zur internationalen Vernetzung im Bereich der Neuen Dramatik.

Neben dem Gastspielprogramm richtet der Heidelberger Stückemarkt den vielbeachteten Autorenwettbewerb mit hochdotierten Preisen als Talentförderung für neue Autorinnen und Autoren aus. Im Deutschsprachigen Autorenwettbewerb sind Verlage, Studiengänge und ehemals nominierte Autoren vorschlagsberechtigt. Aus deren Einsendungen wählt das Festivalteam sechs bis sieben Stücke aus. Hinzu kommen neue Stücke aus dem Gastland. Im Rahmen des Festivals werden die nominierten Stücke in Lesungen mit dem Heidelberger Ensemble vorgestellt.

Mit Blick auf eine nachhaltige Förderung neuer Dramatik wurde 2011 außerdem die Reihe »Nachgespielt« ins Leben gerufen, in der Inszenierungen gezeigt werden, die einen neuen Blick auf bereits uraufgeführte Stücke werfen. Und auch das Jugendtheater hat im Festival einen eigenen Schwerpunkt mit dem JugendStückePreis.

Guerillamarketing-Aktion zum Stückemarkt

Eine Aktion von fahrwerk.net − Ambient Marketing

Die Festivalleitung empfiehlt …

Politisch / Humorvoll / Nicht zu lang

Die Festivalleitung empfiehlt … II

Neues aus der Reihe ›Sag uns, was du magst, und wir finden dein Lieblingsstück‹
Multimedial / Interkulturell / mit Tanz

Die Festivalleitung empfiehlt … III

Schauspielertheater / Textfokus / International