Theater und Orchester Heidelberg
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Alle Infos zur neuen Saison! Hier gibt es das Spielzeitheft 2019|20 zum Durchblättern. +

Kammersängerin Carolyn Frank verabschiedet sich aus dem Heidelberger Ensemble

Operndramaturgin Ulrike Schumann über die letzte Opernpremiere des langjährigen Ensemblemitglieds

Carolyn_Frank_O_9913_BW_SB»Es macht mir sehr viel Spaß, so böse zu sein!« Kammersängerin Carolyn Frank sagt das mit einem fröhlichen Lachen, das zwar auf viel Temperament, aber auf Bösartigkeit nun gar nicht schließen lässt. Klar, sie spricht nicht über sich selbst, gemeint ist die Partie der Kabanicha in Leoš Janáčeks »Katja Kabanova«, auf die sie sich gerade vorbereitet, als wir uns zum Gespräch treffen.

Die Kabanicha treibt Katja, die junge Frau ihres Sohnes Tichon, in die Arme eines anderen Mannes. Katja leidet zunehmend unter der Enge und Engstirnigkeit, vor allem aber unter der emotionalen Kälte, der sie im Haushalt ihrer Schwiegermutter ausgesetzt ist. Und Tichon ist zu schwach, um gegen seine Mutter aufzubegehren.
»Die Kabanicha ist eine gemeine, frustrierte Frau. Sie behandelt ihre Mitmenschen schlecht«, so fasst Carolyn Frank den Figurencharakter zusammen. Doch was sich hinter dieser Frau, deren Abscheulichkeit wirklich verbirgt – vielleicht eine alte Wunde, vielleicht die Angst vor Alter und Verlust – »das werden wir auf den Proben herausfinden«. Das ›wir‹ schließt die Regisseurin Andrea Schwalbach ein, die Carolyn Frank bei deren Inszenierung des Musicals »My Fair Lady« kennenlernte. Frank spielte die Mrs. Higgins, eine kleine Rolle zwar, aber »die Arbeit mit ihr hat so viel Spaß gemacht. Ich freue mich sehr auf sie. Und jetzt ist die Partie größer, da ist es immer schön, mit jemandem zu arbeiten, den man schon kennen- und schätzen gelernt hat.«

Und die Musik Janáčeks? »Sie reflektiert die Emotionen dieser Frau ganz wunderbar!« Generalmusikdirektor Elias Grandy leitet die Produktion musikalisch, in der neben Carolyn Frank fast das gesamte Heidelberger Ensemble in großartigen Partien besetzt ist, allen voran die Sopranistin Hye-Sung Na in der Titelfigur der Katja. »Eine große Herausforderung für uns alle ist, dass wir auf Tschechisch singen. Aber ich schaffe es noch, das zu lernen!«, freut sich Carolyn Frank.

Ein halbes Jahr studierte sie die Partie der Kabanicha mit Studienleiter Johannes Zimmermann am Klavier ein, eine erfahrene Sprachcoacherin polierte die tschechische Aussprache. Am 24. Mai 2019 hebt sich der Vorhang für »Katja Kabanova« zum ersten Mal – der letzte Premierenvorhang für Carolyn Frank nach 33 Jahren als festes Heidelberger Ensemblemitglied.

Mit Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin« hatte die damals noch dem Saarländischen Staatstheater zugehörige junge Mezzosopranistin sich schon einmal in Heidelberg vorgestellt. Das war 1983. Und drei Jahre später wechselte sie ganz an den Neckar, wo sie in vielen Partien, darunter als Hänsel, Dorabella, Komponist (Strauss), Romeo (Bellini), Idamante (Mozart) und Hexe (Humperdinck) brillierte.

Das komplette Gegenstück zur Kabanicha ist vielleicht die Golde, die so toughe wie herzensgute Frau des Milchmanns Tevje. »Anatevka«, der Musicalklassiker, steht in diesem Sommer erneut auf dem Spielplan der Schlossfestspiele mit Carolyn Frank als Golde. Und so geht sie mit zwei so unterschiedlich wie gleichermaßen starken Bühnenfiguren – schöner kann ein Abschied kaum gelingen!

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Ks. Carolyn Frank als Kabanicha mit Hye-Sung Na als Katja; Szenenfotos »Katja Kabanova« von Sebastian Bühler

Letzte Opernpremiere der Spielzeit − Abschied für Kammersängerin Carolyn Frank +

Gastspiele der Bühne für Menschenrechte im Zwinger 1 − »Asyl-Monologe« am 26. Mai, »NSU-Monologe« am 27. Mai

Bereits im Januar war die Bühne für Menschenrechte mit den »NSU-Monologen« in Heidelberg zu Gast. Aufgrund der großen Nachfrage zeigen wir den Theaterabend noch einmal am 27. Mai im Zwinger 1.
Das Stück der Bühne für Menschenrechte ist dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend. Die »NSU-Monologe« erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU, die der juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung des NSU-Terrors vorausgingen und sie begleitet haben. Roh und direkt liefert der Abend uns Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und ist in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.

In den »Asyl-Monologen« macht die Bühne für Menschenrechte die globalen Zusammenhänge von Fluchtursachen anschaulich. Der dokumentarische Theaterabend erzählt von Ali aus Togo, von Freunden liebevoll »Präsident« genannt, Felleke aus Äthiopien, der erst willensstark Abschiebeversuche verhindern muss, um dann einen Menschenrechtspreis überreicht zu bekommen, und Safiye, die nach Jahren der Haft in der Türkei und einer absurden Asylablehnung sich für das Lebensbejahendste überhaupt entscheidet: sie schenkt einem Sohn und einer Tochter das Leben.

Beide Vorstellungen werden in englischer und in türkischer Sprache übertitelt; im Anschluss an beide Vorstellungen finden Publikumsgespräche statt.
Am 27. Mai sitzen Anja Reuss, politische Referentin beim Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, und Danijel Cubelic, Fachbereichsleiter für Antidiskriminierung und Diversity Management sowie Beauftragter für LSBTTIQ vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, auf dem Podium.
Am 26. Mai ist unter anderen Annette Schiffmann zu Gast, Vorstandsmitglied des Asylarbeitskreises Heidelberg.

Karten erhalten Sie an der Theaterkasse, unter 06221|58 20 000, tickets@theater.heidelberg.de oder online im Webshop.

Foto Asyl-Monologe

Gastspiele der Bühne für Menschenrechte am 27. und 28. Mai +

Am 26. und 27. Mai ist das Theater und Orchester Heidelberg wieder auf Reisen. Gleich zwei Produktionen aus Heidelberg sind in diesem Jahr zu den Baden-Württembergischen Theatertagen in Baden-Baden eingeladen.

Das Junge Theater zeigt Flo Staffelmayrs Anime für Theater »Miyu Unsahiro« in der Inszenierung von Nora Bussenius. Das Dance Theatre Heidelberg hat Iván Pérez’ ortsspezifische Performance »The Inhabitants« auf die Lichtentaler Alle in Baden-Baden angepasst.

Für Sonntag und Montag senden wir allen Beteiligten ein herzliches Toi, toi, toi! nach Baden-Baden.

Ausführliche Informationen zu den 24. Baden-Württembergischen Theatertagen finden Sie hier.

Dance Theatre Heidelberg und Junges Theater unterwegs +

Der Vorverkauf von Abonnements für die Spielzeit 2019|20 läuft! Um Ihnen eine langfristige Planung Ihres Theaterbesuchs zu ermöglichen, haben wir unsere Vorverkaufsregelungen an Ihre Bedürfnisse und Wünsche angepasst.

Die neuen Vorverkaufsstarts im Überblick:

11. Mai 2019
• Abonnements

1. Juli 2019
• Vorstellungen September und Oktober 2019
• Familienvorstellungen Junges Theater bis 31. Dezember 2019
• alle Konzerte 2019|20
• Vorstellungen im Zeitraum 25. Dezember 2019 bis 1. Januar 2020
• »Pinocchio« im Alten Saal

1. Oktober 2019
• Vorstellungen November 2019
• Lametta-Abonnements

2. November 2019
• alle bereits feststehenden Vorstellungen ab Dezember 2019

Unser Monatsspielplan informiert Sie über weitere Termine, Sonderformate und Gastspiele, für die Sie im freien Verkauf jeweils ab 1. des Vormonats Tickets kaufen können. Für Abonnent*innen besteht weiterhin die Möglichkeit, zwischen dem 1. und dem 5. des Vormonats auf ein spezielles Abo-Kontingent (nach Verfügbarkeit) zurückzugreifen. Bitte wenden Sie sich hierfür telefonisch oder per E-Mail an die Theaterkasse.

Festivals
Mitte Juli 2019 − Winter in Schwetzingen
Mitte November 2019 − ¡Adelante! Iberoamerikanisches Theaterfestival
Mitte Januar 2020 − Heidelberger Schlossfestspiele
Mitte März 2020 − Heidelberger Stückemarkt
Der genaue Vorverkaufsstart für unsere Festivals wird auf der Homepage veröffentlicht.

Um Sie über Aktualisierungen bezüglich des Vorverkaufs und neue Vorstellungstermine informieren zu können, gibt es den »Vorverkaufs-Newsletter«. Zu diesem können Sie sich unter Service/Newsletter & Info-Material direkt selbst eintragen.

Vorverkaufsstart für die neue Saison +
»Die Dreigroschenoper« ab 23. Juni im Marguerre-Saal
Zusatzvorstellung am 25. Juni − jetzt Karten sichern!
Theater auf den schönsten Bühnen der Stadt. Der Vorverkauf für die Heidelberger Schlossfestspiele läuft! >

Teresa Dopler wurde am Sonntagabend, zum Abschluss des 36. Heidelberger Stückemarkts, mit dem Autor*innenpreis für »Das weiße Dorf« ausgezeichnet. 

Ömer Kaçar, Autor aus dem diesjährigen Gastland Türkei, erhielt für »Der Gast« (»Misafir«) den internationalen Autor*innenpreis sowie den Publikumspreis.

Der Jugendstückepreis ging an die Uraufführung von Kristo Šagors »Iason«, das in der Inszenierung von Jörg Wesemüller für das Staatstheater Braunschweig beim Stückemarkt gastierte.

Mit dem Nachspielpreis geehrt wurde »Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt« von Miroslava Svolikova, inszeniert am Hessischen Landestheater Marburg von Eva Lange.

Gastland des 37. Heidelberger Stückemarkts 2020 wird Litauen, ein in Deutschland noch weitgehend unbekanntes Theaterland, das durch eine lebendige, innovative Szene auf sich aufmerksam macht.

Hier finden Sie ausführlichere Informationen über die Preisträger*innen des 36. Heidelberger Stückemarkts sowie die Begründungen der Jury.

Der Autor*innenpreis des 36. Heidelberger Stückemarkts geht an Teresa Dopler

Wir freuen uns über die vielfache Würdigung unserer erfolgreichen Arbeit:

  • zahlreiche Nennungen in den Kritikerumfragen der Fachzeitschriften Opernwelt und die deutsche Bühne
  • 2. Platz in der Kategorie »Abseits der Zentren« in der Jahresbilanz der deutschen Bühne
  • 7. FAUST-Nominierung in 7 Jahren für Martin G. Bergers Inszenierung von »Faust (Margarete)«
  • Einladungen zu renommierten nationalen wie internationalen Theaterfestivals

Gerade wurde die jährliche Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Opernwelt veröffentlicht und das Theater und Orchester Heidelberg erhielt erstmals sieben Nennungen in unterschiedlichen Kategorien. Neben einer Nennung als »Opernhaus des Jahres« gab es zwei Nennungen in der Kategorie »Wiederentdeckung des Jahres« für Porporas »Mitridate« beim Winter in Schwetzingen. Für ihre Interpretation des Farnace in »Mitridate« wurde Shahar Lavi als »beste Nachwuchskünstlerin« genannt; als »Sänger des Jahres« erhielt Martin Piskorski eine Nennung für seinen Faust in der Gounod-Oper. Eine Nennung als »Aufführung des Jahres« gab es für »Don Giovanni«, Regisseur Lorenzo Fioroni wurde als »Regisseur des Jahres« für diese Mozart-Inszenierung genannt.

Zum »Regisseur des Jahres« gewählt wurde Peter Konwitschny, dem wir herzlich gratulieren und auf dessen kommende Regiearbeit wir uns sehr freuen: Er inszeniert bei uns gerade Wolfgang Amadeus Mozarts »Idomeneo«, eine Premiere, auf die man besonders gespannt sein kann.

Aber zunächst ein Blick zurück auf die vergangene Opernsaison: Das Theater und Orchester Heidelberg ist in der Kategorie »Regie/Musiktheater« nominiert für den wichtigsten Preis der deutschsprachigen Theaterwelt DER FAUST. Die Jury nominierte Martin G. Bergers Neufassung von Charles Gounods Oper »Faust (Margarete)«, die im März 2018 in Heidelberg Premiere feierte. Damit ist es dem Theater nicht nur gelungen, zum 7. Mal in der 7-jährigen Intendanz von Holger Schultze für diesen Preis nominiert zu werden, sondern die Nominierung unterstreicht auch die eindrucksvollen Ausnahmeleistungen quer durch die Sparten Schauspiel, Musiktheater, Tanz sowie Junges Theater.

Auch die Fachzeitschrift die deutsche bühne hebt die Inszenierung bei der diesjährigen Kritikerumfrage mit je einer Nennung in den Kategorien »Das innovative Format« sowie »Oper« hervor. Unabhängig davon erhielt das Theater zwei Nennungen in der Kategorie »Abseits der Zentren«, was dem Haus den 2. Platz in dieser Kritikerfrage einbringt. Es folgt eine Nennung in der Kategorie »Gesamtleistung« sowie zwei Nennungen in der Kategorie »Tanz« für Nanine Linnings »Dusk«.

Alle Auszeichnungen auf einen Blick unter »Unser Haus«. 

Mit einer Platzausnutzung von über 90 % blickt das Theater und Orchester Heidelberg auf eine überaus erfolgreiche vergangene Spielzeit zurück:

Zum allerersten Mal überhaupt wurde mit »Beben« eine Inszenierung des Heidelberger Theaters zu den Mülheimer Theatertagen NRW eingeladen. Nach Gastspielreisen in der letzten Spielzeit nach Chile, setzt sich der internationale Erfolg auch diese Spielzeit fort: die beiden Inszenierungen »Beben« sowie »Nimby | Not in my backyard« sind aktuell nach Brasilien, Mexiko und Kuba eingeladen.

Intendant Holger Schultze freut sich über diese Einladungen und Gastspielreisen: »Sie bedeuten eine fantastische Wertschätzung unserer Arbeit als Stadttheater, die nur durch die Leidenschaft und das Engagement aller Mitarbeiter*innen möglich ist.«

Großartige Würdigung unserer Arbeit: Auszeichnungen, Nominierungen, Nennungen, Festivaleinladungen! +
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