Theater und Orchester Heidelberg
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Fokus

Wegen großer Nachfrage: Zusatztermin »Dreigroschenoper« am 25. Juni
Premiere des Stücks von Bertolt Brecht und Kurt Weill am 23. Juni im Marguerre-Saal
Im neuen Look: Die Sommerausgabe der Theaterzeitung! +

Premiere verpasst?

Nächste Vorstellungen am 18. und 26. Juni im Marguerre-Saal!
Alle Infos zur neuen Saison! Hier gibt es das Spielzeitheft 2019|20 zum Durchblättern. +

Der Vorverkauf von Abonnements für die Spielzeit 2019|20 läuft! Um Ihnen eine langfristige Planung Ihres Theaterbesuchs zu ermöglichen, haben wir unsere Vorverkaufsregelungen an Ihre Bedürfnisse und Wünsche angepasst.

Die neuen Vorverkaufsstarts im Überblick:

11. Mai 2019
• Abonnements

1. Juli 2019
• Vorstellungen September und Oktober 2019
• Familienvorstellungen Junges Theater bis 31. Dezember 2019
• alle Konzerte 2019|20
• Vorstellungen im Zeitraum 25. Dezember 2019 bis 1. Januar 2020
• »Pinocchio« im Alten Saal

1. Oktober 2019
• Vorstellungen November 2019
• Lametta-Abonnements

2. November 2019
• alle bereits feststehenden Vorstellungen ab Dezember 2019

Unser Monatsspielplan informiert Sie über weitere Termine, Sonderformate und Gastspiele, für die Sie im freien Verkauf jeweils ab 1. des Vormonats Tickets kaufen können. Für Abonnent*innen besteht weiterhin die Möglichkeit, zwischen dem 1. und dem 5. des Vormonats auf ein spezielles Abo-Kontingent (nach Verfügbarkeit) zurückzugreifen. Bitte wenden Sie sich hierfür telefonisch oder per E-Mail an die Theaterkasse.

Festivals
Mitte Juli 2019 − Winter in Schwetzingen
Mitte November 2019 − ¡Adelante! Iberoamerikanisches Theaterfestival
Mitte Januar 2020 − Heidelberger Schlossfestspiele
Mitte März 2020 − Heidelberger Stückemarkt
Der genaue Vorverkaufsstart für unsere Festivals wird auf der Homepage veröffentlicht.

Um Sie über Aktualisierungen bezüglich des Vorverkaufs und neue Vorstellungstermine informieren zu können, gibt es den »Vorverkaufs-Newsletter«. Zu diesem können Sie sich unter Service/Newsletter & Info-Material direkt selbst eintragen.

Vorverkaufsstart für die neue Saison +
Theater auf den schönsten Bühnen der Stadt
Der Vorverkauf für die Heidelberger Schlossfestspiele läuft!

Kammersängerin Carolyn Frank verabschiedet sich aus dem Heidelberger Ensemble

Operndramaturgin Ulrike Schumann über die letzte Opernpremiere des langjährigen Ensemblemitglieds

Carolyn_Frank_O_9913_BW_SB»Es macht mir sehr viel Spaß, so böse zu sein!« Kammersängerin Carolyn Frank sagt das mit einem fröhlichen Lachen, das zwar auf viel Temperament, aber auf Bösartigkeit nun gar nicht schließen lässt. Klar, sie spricht nicht über sich selbst, gemeint ist die Partie der Kabanicha in Leoš Janáčeks »Katja Kabanova«, auf die sie sich gerade vorbereitet, als wir uns zum Gespräch treffen.

Die Kabanicha treibt Katja, die junge Frau ihres Sohnes Tichon, in die Arme eines anderen Mannes. Katja leidet zunehmend unter der Enge und Engstirnigkeit, vor allem aber unter der emotionalen Kälte, der sie im Haushalt ihrer Schwiegermutter ausgesetzt ist. Und Tichon ist zu schwach, um gegen seine Mutter aufzubegehren.
»Die Kabanicha ist eine gemeine, frustrierte Frau. Sie behandelt ihre Mitmenschen schlecht«, so fasst Carolyn Frank den Figurencharakter zusammen. Doch was sich hinter dieser Frau, deren Abscheulichkeit wirklich verbirgt – vielleicht eine alte Wunde, vielleicht die Angst vor Alter und Verlust – »das werden wir auf den Proben herausfinden«. Das ›wir‹ schließt die Regisseurin Andrea Schwalbach ein, die Carolyn Frank bei deren Inszenierung des Musicals »My Fair Lady« kennenlernte. Frank spielte die Mrs. Higgins, eine kleine Rolle zwar, aber »die Arbeit mit ihr hat so viel Spaß gemacht. Ich freue mich sehr auf sie. Und jetzt ist die Partie größer, da ist es immer schön, mit jemandem zu arbeiten, den man schon kennen- und schätzen gelernt hat.«

Und die Musik Janáčeks? »Sie reflektiert die Emotionen dieser Frau ganz wunderbar!« Generalmusikdirektor Elias Grandy leitet die Produktion musikalisch, in der neben Carolyn Frank fast das gesamte Heidelberger Ensemble in großartigen Partien besetzt ist, allen voran die Sopranistin Hye-Sung Na in der Titelfigur der Katja. »Eine große Herausforderung für uns alle ist, dass wir auf Tschechisch singen. Aber ich schaffe es noch, das zu lernen!«, freut sich Carolyn Frank.

Ein halbes Jahr studierte sie die Partie der Kabanicha mit Studienleiter Johannes Zimmermann am Klavier ein, eine erfahrene Sprachcoacherin polierte die tschechische Aussprache. Am 24. Mai hat sich der Vorhang für »Katja Kabanova« zum ersten Mal gehoben – der letzte Premierenvorhang für Carolyn Frank nach 33 Jahren als festes Heidelberger Ensemblemitglied.

Mit Olga in Tschaikowskys »Eugen Onegin« hatte die damals noch dem Saarländischen Staatstheater zugehörige junge Mezzosopranistin sich schon einmal in Heidelberg vorgestellt. Das war 1983. Und drei Jahre später wechselte sie ganz an den Neckar, wo sie in vielen Partien, darunter als Hänsel, Dorabella, Komponist (Strauss), Romeo (Bellini), Idamante (Mozart) und Hexe (Humperdinck) brillierte.

Das komplette Gegenstück zur Kabanicha ist vielleicht die Golde, die so toughe wie herzensgute Frau des Milchmanns Tevje. »Anatevka«, der Musicalklassiker, steht in diesem Sommer erneut auf dem Spielplan der Schlossfestspiele mit Carolyn Frank als Golde. Und so geht sie mit zwei so unterschiedlich wie gleichermaßen starken Bühnenfiguren – schöner kann ein Abschied kaum gelingen!

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Ks. Carolyn Frank als Kabanicha mit Hye-Sung Na als Katja; Szenenfotos »Katja Kabanova« von Sebastian Bühler

Letzte Opernpremiere der Spielzeit − Abschied für Kammersängerin Carolyn Frank +