Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen

nach einer Erzählung von Nikolai Gogol

Schauspiel
Alter Saal

Aksenti Iwanowitsch will raus. Raus aus dem alltäglichen Trott. Er ist ein kleiner Verwaltungsbeamter und kann seine Kollegen nicht leiden. Besonders diejenigen nicht, die ihm übergeordnet sind. Sie nörgeln an ihm herum, wo es nur geht. Das einzige, was hilft: sie zu ignorieren und sich bedeutsameren Aufgaben zu widmen, zum Beispiel der Tochter seines obersten Vorgesetzten. Er träumt davon, die lähmende Routine hinter sich zu lassen, die ihm das starre gesellschaftliche System aufzwingt. Aber wer macht eigentlich die Regeln? Ist es nicht an der Zeit, mit Normen zu brechen? Wen interessieren schon Klassen? Jede*r kann es schaffen. Man muss nur seine eigenen Regeln aufstellen. »Ich habe schon immer vermutet, dass Hunde bedeutend klüger sind als Menschen, und davon, dass sie sprechen können, war ich sogar überzeugt.«
Nikolai Gogol schuf mit seiner tragisch-grotesken Novelle 1835 ein Stück Weltliteratur. Der russische Schriftsteller ukrainischer Herkunft lässt seinen Protagonisten liebevoll und mit feinem Gerechtigkeitssinn mit Konventionen seiner Zeit brechen. Und ein wenig mehr Fantasie sollte jede Normalität erträglicher machen.
Leon Maria Spiegelberg begibt sich in einem intensiven Monolog in die Gefühlswelt eines Menschen, der mit Realitäten spielt und damit sein starres Umfeld ins Wanken bringt.

Bühne
Licht
Karsten Rischer
Inspizienz
Reinhard Sender
Technischer Direktor
Peer Rudolph
Assistentin des Technischen Direktors
Aysha Tetzner
Technischer Produktionsleiter
Jens Weise
Leiterin der Bühnentechnik
Michaela Abts
Leiter der Beleuchtungsabteilung
Ralf Kabrhel
Leiter der Tonabteilung
Alexander Wodniok
Ton
Miloslav Popov
Leiterin der Kostümabteilung
Katharina Kromminga, Kristina Flachs (stellv.)
Kostümbearbeitung
Kristina Flachs
Leiterin der Ankleiderei
Sabrina Flitsch
Gewandmeisterin Herren
Alexandra Partzsch
Chefmaskenbildnerin
Kerstin Geiger, Martina Müller (stellv.)
Leiterin der Requisite
Lotte Linnenbrügger
Vorstand des Malersaals
Dietmar Lechner
Leiter der Dekorationswerkstatt
Markus Rothmund
Leiter der Schlosserei
Karl-Heinz Weis

Von einem »außergewöhnlichen Theaterabend« berichtet Maria Herlo im Mannheimer Morgen (13. Juni 2022). Regisseur Michael Letmathe habe auf »jeden aufdringlichen Aktualitätsbezug« verzichtet, trotzdem wirke Gogols Text aus dem 19. Jahrhundert »kein bisschen verstaubt«. Leon Maria Spiegelberg hauche jedem Satz »reflektierende Lebendigkeit ein«, sei ein »Virtuose der Stimme und der Stimmungen«, lasse seine Figur »kippen, sich auffangen, erneut taumeln und schließlich sich dem Wahnsinn ergeben«. Eine »Glanzleistung«, bilanziert die Rezensentin.

»So schön kann Irrsinn auf der Bühne sein«, schreibt Ingeborg Salomon in der Rhein-Neckar-Zeitung (13. Juni 2022). »Höchst eindrucksvoll« werde der Monolog von Leon Maria Spiegelberg gestemmt, er beherrsche dabei »sowohl die leisen wie auch die schrillen Töne«. »Viel Raum zur Entfaltung« habe Regisseur Michael Letmathe seinem Darsteller gegeben, unterstützt von Bühne und »kluger Lichtregie« seines Teams. »Zu Recht« habe sich das Publikum »schwer beeindruckt« gezeigt und dem »grandiosen Hauptdarsteller« wie dem ganzen Regieteam »begeistert« applaudiert.