Lesezeit

Stadtbücherei

Einmal im Monat lesen Ensemblemitglieder des Theaters und Orchesters Heidelberg in der Stadtbücherei und bieten somit eine spannende literarische Ergänzung zu unserem Spielplan bei freiem Eintritt.

Am 29. Juni 2024 hat Henrik Ibsens »Nora« Premiere im Marguerre-Saal mit aktuellen Kommentaren von Sivan Ben Yishai, Gerhild Steinbuch und Ivna Žic. Als Reaktion auf diesen norwegischen Frauenrechte-Klassiker schrieb der schwedische Dramatiker August Strindberg seine Erzählung »Ein Puppenheim«, die sich um dasselbe Thema dreht: um Liebe, Begierde, Zuneigung, Eifersucht, Selbstaufgabe – um das, was zwischen Menschen überdauert, wenn alles sonst vergeht. Es liest Andreas Seifert.

Passend zu Dario Fos Komödie »Bezahlt wird nicht!« bei den Schlossfestspielen im Dicken Turm widmet sich Hendrik Richter
den Lebenserinnerungen des italienischen Literaturnobelpreisträgers, einem großen Provokateur des Theaters. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, mit einer Note von Respektlosigkeit und Ironie, spricht Dario Fo über Politik, Komik, Zensur, Religion und soziales Engagement.

Zwei Frauen streiten sich um ein Kind. Beide behaupten, es sei ihres. Die Erzählung »Der Augsburger Kreidekreis« schrieb Bertolt Brecht 1940, als er des Hochverrats angeklagt wurde und aus Nazi-Deutschland fliehen musste. Er verlegte die Handlung der Geschichte, deren Motiv er aus dem Chinesischen übernommen hatte, in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und in seine Heimatstadt Augsburg. Mit dem Motiv der Kreidekreisprobe beschäftigte sich Brecht in mehreren Werken. Das bekannteste ist das Theaterstück »Der kaukasische Kreidekreis«, das am 29. September im Marguerre-Saal Premiere hat.

Italien ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Deshalb gibt es in der Oktober-Lesezeit italienische Literatur. Der Schauspieler Antonio Manzini hat sich in seiner Heimat, aber auch in Deutschland einen Namen gemacht als Krimiautor mit Geschichten um den unkonventionellen Ermittler Rocco Schavione. 2015 schrieb Manzini »Spitzentitel«, eine tragikomische Satire über den Literaturbetrieb, ins Deutsche übersetzt von Antje Peter: Ein berühmter Schriftsteller hat einen neuen Roman beendet, aber sein Verlag wurde inzwischen von einem Großkonzern geschluckt, und jetzt sind publikumstaugliche Änderungen gefragt. 

In Kooperation mit der Stadtbücherei Heidelberg