Theater und Orchester Heidelberg

Vivaldi! Nach der Vollendung des Zyklus »opera napoletana« führt das Programm des Barock-Fests einen Bogenschlag zurück zu den Anfängen dieser Festspiele.

Der Winter in Schwetzingen bleibt italienisch barock, aber wandert aus den neapolitanischen Gefilden in das Venedig des frühen 18. Jahrhunderts – die Wiege der Barockmusik – und porträtiert den bedeutendsten der venezianischen Meister des Hochbarocks: Antonio Vivaldi.

Um das Leben und Schaffen Antonio Vivaldis ragen sich bis heute viele Legenden. Fest steht, dass Vivaldi mit einem unglaublichen Opus von über 800 Werken der vermutlich meist aufgeführte Komponist seiner Zeit war. Vivaldi gilt als erster »European Player« einer beginnenden Kulturindustrialisierung. Bereits frühe Opuszahlen wurden im entfernten Amsterdam verlegt und sein Netzwerk an Auftraggebern erarbeitete sich der geschäftige Venezianer quer durch Europa.

Vivaldi, 1678 in Venedig als Sohn eines Barbiers geboren, wurde bereits in Kindestagen mit dem »Theatervirus« infiziert und begleitete seinen Vater zu Opernvorstellungen, wo dieser als Violinist aushalf. Nachdem Vivaldis Hauptaugenmerk auf geistlicher sowie instrumentaler Musik lag – er war geweihter Priester, praktizierte den Beruf aber lediglich bis 1706 – wurde er 1713 als Impressario ans Teatro San Angelo, Venedig, in dem bereits sein Vater spielte, berufen. Dort wurden auch die meisten seiner Opernwerke uraufgeführt. Bis heute existieren 35 eigens von ihm komponierte Opern sowie etliche Arrangements (sog. »Pasticcios«). Vivaldi selbst spricht von einer Gesamtheit in Höhe von knapp 100 Bühnenwerken.

Dass Vivaldis Opernwerke selten den Weg auf die Spielpläne der heutigen Opernbühnen finden, liegt vor allem an der Virtuosität der Gesangs- aber auch Instrumentalstimmen, die in halsbrecherischen Koloraturen technisch hoch versierte Sängerinnen und Sänger erfordern, die besondere Kraft sowohl im getragenen Legato erwirken, aber auch explosionsartige Vokalläufe an der Grenze des menschenmöglichen perfekt beherrschen. Dem Winter in Schwetzingen ist es gelungen, für das im Zentrum der Spielzeit stehende Werk »La veritá in cimento« (übs.: »Die Wahrheit auf dem Prüfstand«, UA 1720) ein Spezialisten-Ensemble der Extraklasse zu verpflichten. Gleich zwei Countertenöre benötigt die Aufführung dieses Werkes, welche mit dem bekannten Counter-Star David DQ Lee sowie der großen Neuentdeckung aus Deutschland Philipp Mathmann bestens besetzt sind. Das Koloraturstarke Ensemble wird ergänzt durch Experten auf dem Gebiet der Barockmusik wie Francesca Lombardi Mazulli oder Franziska Gottwald.

Die in Heidelberg ansässige international gefragte Regisseurin Yona Kim interpretiert Vivaldis Familientragödie über zwei aus niederen Motiven vertauschte Söhne, über Macht, Verrat und Reue neu und legt die Psychologie der Charaktere offen. Kim garantiert auch seitens der Szene einen spannenden Opernabend mit einer wahren Wiederentdeckung.

Neben dem zentralen Werk »La verità in cimento« zeigt das Programm einen satten Überblick des Schaffens Vivaldis und weiterer mit ihm verbundener Zeitgenossen. Freuen Sie sich unter anderem auf ein Wiedersehen mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner und auf das Preisträgerkonzert der Austria Barock Akademie. Auch das Weihnachtskonzert des Philharmonischen Barock Orchesters Heidelberg unter der Leitung von Thierry Stöckel, das traditionsreiche Bachchor-Konzert zur Weihnachtszeit sowie ein Konzert mit Sänger und Tänzer Vincenzo Capezutto und dem Ensemble Soqquadro Italiano stehen ganz im Zeichen von Antonio Vivaldi.

Vivaldi! Ausblick auf den Winter in Schwetzingen 2018|19 +
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Gustav Peter Wöhler zu Gast mit »Gefährliche Briefschaften«

Foto Christine Fenzl

Foto Christine Fenzl

Seit Jahren gehört Gustav Peter Wöhler zu den bekannten Gesichtern der deutschen Theater-, Kino- und Fernsehszene. Als Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg arbeitete er mit Regisseuren wie Peymann, Zadek, Minks, Gotscheff und Castorf. Seit 1996 ist er freier Schauspieler für Film, TV und Theater.

Beim Winter in Schwetzingen präsentiert er gemeinsam mit der jungen Sopranistin Susanne Ellen Kirchesch einen eigens für die Lautten Compagney Berlin geschriebenen Briefroman, in dem Musik von Georg Friedrich Händel, Johann Christoph Pepusch, Nicola Matteis und anderen eine tragende Rolle spielt – die musikalische Leitung des Abends hat Wolfgang Katschner.
»Gefährliche Briefschaften« zeichnet auf humorvolle Weise das Porträt der Stadt London zu Zeiten Händels – Zeiten, in denen Opernliebhaber für ihre Leidenschaft alles taten; Zeiten, in denen zwielichtige Gestalten, Boshaftigkeiten, Intrigen und Korruption zur allgemeinen Tagespolitik gehörten … eine Zeit, in der »The Beggar’s Opera« Londoner Herzen im Sturm eroberte, die große Welt der Oper auf den Kopf stellte und zahllose nachfolgende Künstlergenerationen inspirierte.

Am 28. Dezember um 19.30 Uhr im Rokokotheater Schwetzingen; Karten an der Theaterkasse, Theaterstraße 10, unter 06221 58 20 000, tickets@theater.heidelberg.de und online im Webshop.

Gustav Peter Wöhler zu Gast mit »Gefährliche Briefschaften«

Zusatztermin für das Weihnachtskonzert des Philharmonischen Barock Orchesters Heidelberg 

Aufgrund der großen Nachfrage − die beiden Konzerte im Rokokotheater Schwetzingen sind so gut wie ausverkauft − bieten wir einen dritten Konzerttermin für das beliebte Weihnachtskonzert an: Am 26. Dezember spielt das Philharmonische Barock Orchester Heidelberg erstmals im Marguerre-Saal des Theaters und Orchesters Heidelberg, Konzertbeginn ist um 19.00 Uhr.

Das mittlerweile zur Tradition gewordene Weihnachtskonzert im Rahmen des Winters in Schwetzingen steht dieses Jahr ganz im Zeichen des Komponisten der aktuellen Opernproduktion: Antonio Vivaldi. Vivaldi zählt neben Johann Sebastian Bach zu den ersten Schöpfern von Doppelkonzerten. Ein Doppelkonzert für zwei Violinen und Streichorchester wird auch in Schwetzingen auf dem Programm stehen. Werke Georg Philipp Telemanns, darunter das Konzert für Trompete und Streichorchester, und anderer Zeitgenossen runden den Abend ab.

Karten ab sofort an der Theaterkasse, Theaterstraße 10, unter 06221 58 20 000, tickets@theater.heidelberg.de oder online im Webshop.

Zusatztermin: Weihnachtskonzert mit dem Philharmonischen Barock Orchester Heidelberg im Marguerre-Saal +
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Kostenloser Shuttle-Service zum Schwetzinger Schloss

Mit dem Shuttlebus des Theaters reisen Sie bequem zu Vorstellungen und Konzerten im Rokokotheater Schwetzingen.
Der Shuttlebus des Theaters nach Schwetzingen fährt jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn in der Bergheimer Straße 10 (nahe Bismarckplatz) ab. Ca. 5 Minuten später besteht die Möglichkeit, am Hauptbahnhof zuzusteigen. 20 Minuten nach Vorstellungsende fährt der Shuttlebus zurück nach Heidelberg.

Die Nutzung des Shuttles ist nur nach vorheriger Anmeldung an der Theaterkasse, Theaterstraße 10, Tel. 06221 | 5820 000 möglich! Der Fahrpreis ist im Kartenpreis enthalten.
Die Busplätze sind limitiert. Bitte melden Sie sich frühzeitig an!

Shuttle-Service zum Schwetzinger Schloss +
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