Theater und Orchester Heidelberg
Januar
19
Heute
»Ein hochspannender und lebendiger Prozess«. Regisseurin Yona Kim im Gespräch über »La verità in cimento« >
Hier gibt es das Programm auf einen Blick

Vivaldi! Nach der Vollendung des Zyklus »opera napoletana« führt das Programm des Barock-Fests einen Bogenschlag zurück zu den Anfängen dieser Festspiele.

Der Winter in Schwetzingen bleibt italienisch barock, aber wandert aus den neapolitanischen Gefilden in das Venedig des frühen 18. Jahrhunderts – die Wiege der Barockmusik – und porträtiert den bedeutendsten der venezianischen Meister des Hochbarocks: Antonio Vivaldi.

Um das Leben und Schaffen Antonio Vivaldis ragen sich bis heute viele Legenden. Fest steht, dass Vivaldi mit einem unglaublichen Opus von über 800 Werken der vermutlich meist aufgeführte Komponist seiner Zeit war. Vivaldi gilt als erster »European Player« einer beginnenden Kulturindustrialisierung. Bereits frühe Opuszahlen wurden im entfernten Amsterdam verlegt und sein Netzwerk an Auftraggebern erarbeitete sich der geschäftige Venezianer quer durch Europa.

Vivaldi, 1678 in Venedig als Sohn eines Barbiers geboren, wurde bereits in Kindestagen mit dem »Theatervirus« infiziert und begleitete seinen Vater zu Opernvorstellungen, wo dieser als Violinist aushalf. Nachdem Vivaldis Hauptaugenmerk auf geistlicher sowie instrumentaler Musik lag – er war geweihter Priester, praktizierte den Beruf aber lediglich bis 1706 – wurde er 1713 als Impressario ans Teatro San Angelo, Venedig, in dem bereits sein Vater spielte, berufen. Dort wurden auch die meisten seiner Opernwerke uraufgeführt. Bis heute existieren 35 eigens von ihm komponierte Opern sowie etliche Arrangements (sog. »Pasticcios«). Vivaldi selbst spricht von einer Gesamtheit in Höhe von knapp 100 Bühnenwerken.

Dass Vivaldis Opernwerke selten den Weg auf die Spielpläne der heutigen Opernbühnen finden, liegt vor allem an der Virtuosität der Gesangs- aber auch Instrumentalstimmen, die in halsbrecherischen Koloraturen technisch hoch versierte Sängerinnen und Sänger erfordern, die besondere Kraft sowohl im getragenen Legato erwirken, aber auch explosionsartige Vokalläufe an der Grenze des menschenmöglichen perfekt beherrschen. Dem Winter in Schwetzingen ist es gelungen, für das im Zentrum der Spielzeit stehende Werk »La veritá in cimento« (übs.: »Die Wahrheit auf dem Prüfstand«, UA 1720) ein Spezialisten-Ensemble der Extraklasse zu verpflichten. Gleich zwei Countertenöre benötigt die Aufführung dieses Werkes, welche mit dem bekannten Counter-Star David DQ Lee sowie der großen Neuentdeckung aus Deutschland Philipp Mathmann bestens besetzt sind. Das Koloraturstarke Ensemble wird ergänzt durch Experten auf dem Gebiet der Barockmusik wie Francesca Lombardi Mazulli oder Franziska Gottwald.

Die in Heidelberg ansässige international gefragte Regisseurin Yona Kim interpretiert Vivaldis Familientragödie über zwei aus niederen Motiven vertauschte Söhne, über Macht, Verrat und Reue neu und legt die Psychologie der Charaktere offen. Kim garantiert auch seitens der Szene einen spannenden Opernabend mit einer wahren Wiederentdeckung.

Neben dem zentralen Werk »La verità in cimento« zeigt das Programm einen satten Überblick des Schaffens Vivaldis und weiterer mit ihm verbundener Zeitgenossen. Freuen Sie sich unter anderem auf ein Wiedersehen mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner und auf das Preisträgerkonzert der Austria Barock Akademie. Auch das Weihnachtskonzert des Philharmonischen Barock Orchesters Heidelberg unter der Leitung von Thierry Stöckel, das traditionsreiche Bachchor-Konzert zur Weihnachtszeit sowie ein Konzert mit Sänger und Tänzer Vincenzo Capezutto und dem Ensemble Soqquadro Italiano stehen ganz im Zeichen von Antonio Vivaldi.

Vivaldi! Ausblick auf den Winter in Schwetzingen 2018|19 +

La verità in cimento

Trailer von Thiemo Hehl
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Kostenloser Shuttle-Service zum Schwetzinger Schloss

Mit dem Shuttlebus des Theaters reisen Sie bequem zu Vorstellungen und Konzerten im Rokokotheater Schwetzingen.
Der Shuttlebus des Theaters nach Schwetzingen fährt jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn in der Bergheimer Straße 10 (nahe Bismarckplatz) ab. Ca. 5 Minuten später besteht die Möglichkeit, am Hauptbahnhof zuzusteigen. 20 Minuten nach Vorstellungsende fährt der Shuttlebus zurück nach Heidelberg.

Die Nutzung des Shuttles ist nur nach vorheriger Anmeldung an der Theaterkasse, Theaterstraße 10, Tel. 06221 | 5820 000 möglich! Der Fahrpreis ist im Kartenpreis enthalten.
Die Busplätze sind limitiert. Bitte melden Sie sich frühzeitig an!

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