Theater und Orchester Heidelberg

Der Heidelberger Stückemarkt wird zum ersten Mal in seiner 36-jährigen Geschichte nicht stattfinden. Beteiligte Künstler*innen sollen trotzdem geehrt werden, die Manfred Lautenschläger-Stiftung erhöht das Preisgeld.

Der Stifter des Preisgeldes für den jährlichen Autor*innenwettbewerb, die Manfred Lautenschläger-Stiftung, erhöht das Preisgeld von 10.000 auf 12.000 Euro. Der Gewinn wird gleichmäßig auf die sechs für den Autor*innenpreis Nominierten verteilt. Jeder*jede der Künstler*innen erhält somit 2.000 Euro.

Die Manfred Lautenschläger-Stiftung sowie das Theater und Orchester Heidelberg zeigen sich damit solidarisch mit freischaffenden Künstler*innen und Autor*innen. Intendant Holger Schultze dankt dem Stifter für die schnelle und unkonventionelle Lösung und setzt in dieser Zeit der Krise, in der Solidarität wichtiger ist als der Wettbewerbsgedanke, ein wichtiges Zeichen.

Statt öffentlicher Lesungen der für den Wettbewerb nominierten Stücke präsentiert das Theater die Werke der Autor*innen in digitaler Form. Auf welche Art und Weise, ist derzeit noch in Klärung. Das Theater und Orchester Heidelberg sucht gemeinsam mit seinem Medienpartner nachtkritik.de nach Lösungen.

Auch das Preisgeld für den diesjährigen Jugendstückepreis, gestiftet durch das Unternehmerehepaar Bettina Schies und Klaus Korte, wird zu gleichen Teilen auf die Autor*innen der nominierten Gastspiele aufgeteilt.

Der Nachspielpreis kann in diesem Jahr leider nicht vergeben werden.

Litauen wird statt 2020 in einem anderen Jahr Gastland des Heidelberger Stückemarktes werden. Wann genau, ist ebenfalls in Klärung.

Das Theater und Orchester Heidelberg sagt den Heidelberger Stückemarkt ab   +++   Manfred Lautenschläger-Stiftung erhöht Preisgeld für den Autor*innenpreis auf 12.000 Euro +
An 10 Tagen im Frühling präsentiert der Heidelberger Stückemarkt seit 1984 die Avantgarde des Theaters: Neue Stücke werden gelesen und herausragende Uraufführungen zu Gastspielen eingeladen. >
Mehr Infos und Hintergründe zu den Autor*innen im Wettbewerb des Stückemarkts im Festivalportal von nachtkritik.de >
Das Programm 2020: 10 Tage Theater auf einen Blick
Im Rennen um die Autor*innenpreise: Sina Ahlers, Natascha Gangl, Philippe Heule, Sören Hornung, Johanna Kaptein, Gabrielė Labanauskaitė, Yade Yasemin Önder, Ieva Stundžytė und Matas Vildžius >

Teresa Doplers »Das weiße Dorf« wurde 2019 mit dem Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts ausgezeichnet. Die Uraufführung von Doplers Stück wird den Stückemarkt 2020 eröffnen. Regie führt Ron Zimmering.

Teresa Dopler, Foto S. Bühler

Teresa Dopler, Foto S. Bühler

Teresa Dopler entwirft in »Das weiße Dorf« ein tieftrauriges Porträt zweier Menschen, das unter dem Mantel großer Leichtigkeit falsche Lebensentscheidungen in Frage stellt. Die Autorin wurde 1990 in Linz geboren und lebt in Wien, wo sie Sprachkunst und Theaterwissenschaft studierte. 2014 und 2016 wurde ihr das DramatikerInnenstipendium des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung zuerkannt. 2015 wurde sie für den Osnabrücker Dramatikerpreis nominiert und erhielt zudem das Literaturstipendium der Stadt Linz. 2019 erhielt Teresa Dopler neben der Auszeichnung beim Heidelberger Stückemarkt auch das Peter-Turrini-DramatikerInnenstipendium des Bundeslandes Niederösterreich.

Der 1984 geborene Regisseur Ron Zimmering wird die Uraufführung des Stückes auf die Zwingerbühne bringen und feiert damit sein Heidelberger Debüt. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig sowie Regie an der Theaterakademie Hamburg. Zimmering inszenierte bereits verschiedene gegenwartsdramatische Stoffe, unter anderem am Theater Osnabrück, und realisierte zahlreiche dokumentarische Arbeiten sowie Stückentwicklungen. Sie zeichnen sich aus durch die Verbindung klassischer Stoffe mit dokumentarischen und biografischen Elementen. Am Deutschen Schauspielhaus Hamburg initiierte er als künstlerischer Leiter Projekte vom monatlichen Serienformat »Heimaten« (2016) bis zum groß-angelegten Spektakel »Hamburger Menetekel« (2019). Er arbeitet regelmäßig mit Bühnen- und Kostümbildnerin Ute Radler zusammen, die auch die Ausstattung für »Das weiße Dorf« entwerfen wird.

»Das weiße Dorf« von Teresa Dopler eröffnet den Heidelberger Stückemarkt 2020 +

Giedrė Liugaitė ist Kuratorin für das Gastlandprogramm Litauen

Giedrė_Liugaitė_© Justas Tertelis_Giedrė Liugaitė, 1978 in Vilnius geboren, ist Theatermanagerin, internationale Projektmanagerin und Produzentin.

Sie studierte Sozialwissenschaften an der Bildungsakademie der Vytautas-Magnus-Universität und Kulturmanagement sowie Kulturpolitik an der Kunstakademie in Vilnius. Sie arbeitete als Projektmanagerin für das Informations- und Bildungszentrum für Theater und Kino und für die Theaterproduktionsgesellschaft Audronis Liuga Production. Giedrė Liugaitė produzierte Arbeiten der renommierten litauischen Regisseure Gintaras Varnas, Jonas Vaitkus, Cezaris Graužinis, Jonas Jurašas, Agnius Jankevičius und des finnischen Regisseurs Kristian Smeds (»Sad Songs from the Heart of Europe«, »Der Kirschgarten«). Seit 2003 arbeitete sie als Koordinatorin des internationalen Theaterfestivals NEW DRAMA ACTION, bei dem international anerkannte Regisseure wie unter anderem Árpád Schilling, Grzegorz Jarzyna, Kristian Smeds, Alvis Hermanis, Andrey Moguchij, Jan Lauwers, Johan Simons, Kornel Mundruczo zu Gast waren.
Seit 2009 ist sie Projektmanagerin des Vilniaus miesto teatras Atviras ratas in Vilnius.

Giedrė Liugaitė ist Kuratorin für das Gastlandprogramm Litauen +